Beton Farben Sorten

Möbel und Accessoires aus Beton

Von der Urform zum fertigen Objekt

Geschichte des Beton

Beton ist ein faszinierender Baustoff. Bereits im antiken Rom wurden damit unglaubliche, revolutionäre Bauwerke errichtet. So überspannt die aus opus cementitium gefertigte Kupel des Pantheon stolze 43m. Ein architektonisches Meisterwerk, das nicht nur Jahrtausende überdauerte, sondern auch im Hinblick auf seine Spannweite 1800 Jahre unerreicht war. Und auch heute, 2000 Jahre später, ist Beton zentraler Bestandteil unserer urbanen Welt.

Was ist Beton?

Beton ist künstlich hergestellter Stein. Einfach gesprochen ist es eine Mischung aus Sand, Kies und Zement. Durch Zugabe von Wasser verwandelt sich der Zement in Stein und der sogenannte Zuschlag, also Sand und Kies, wird dabei vom Zementstein umschlossen. Die jeweiligen (bau-)physikalischen Eigenschaften und das optische Erscheinungsbild werden dabei durch folgende Variablen determiniert:

  • Mischungsverhältnis
  • Wasserzugabe
  • verwendeter Zuschlag
  • Körnung des Zuschlags
  • verwendeter Zement
  • Zusätze wie Entschäumer, Fließmittel, Pigmente usw.

Dabei kann Beton zum Modellieren, Laminieren oder Gießen verwendet werden. Seine Oberfläche kann geschliffen, poliert, strukturiert, lackiert, lasiert werden. Die Gestaltungsmöglichkeiten dieses faszinierenden Materials sind äußerst umfangreich. Und doch ist es als innengestalterisches Instrument, sei es als Betonböden, unverputzte Wände, Küchenarbeitsplatten, Möbel oder Accessoires ein sehr junges Phänomen.

Beton als dekoratives Element

Beton trug lange das Stigma des kostengünstigen, einfachen Materials, das es unter Farbe und Putz zu verstecken galt. Beachtung als dekoratives Element fand es erst in der Gartengestaltung. Bereits im 19. Jahrhundert wurden Betonkübel zum Verkauf angeboten. Mitte des 20. Jahrhunderts begannen Künstler den Werkstoff in der naiven Bildhauerei zu verwenden und gegen Ende des Jahrhunderts gewannen dann Betonfiguren für den Außenbereich stark an Popularität.

Das dieses einzigartige Material aber auch im Bereich der Inneneinrichtung ein wunderbar einsetzbares Stilelement sein kann, trat erst vor wenigen Jahren in das Bewusstsein. Seitdem entwickelt sich ein regelrechter Beton-Boom. In Zeitschriften und auf namhaften Messen sind Betonmöbel und Betonaccessoires ein regelmäßiger Bestandteil. Und auch der Do-it-yourself Bereich boomt. Neben Bastelbücher finden sich auch Blogs voll von Anleitungen zu Selberbauen und in einschlägigen Kreativmärkten gibt es mittlerweile sogar spezielle Formen für den Betonguss und “Künstlerbeton”.

Im übrigen: Wer mehr zu Selberbauprojekten erfahren möchte kann gerne einen Blick in unseren Blog werfen. Hier stellen wir in regelmäßigen Abständen detailliert neue Projekte vor und erklären die Basics.

Betonarbeiten von Grauton Design

Wir nutzen für unsere Betonarbeiten grundsätzlich drei verschiedene Verarbeitungsmethoden:

Beim Laminieren mit Beton wird eine Grundform mit Beton beschichtet. In der Regel handelt es sich um mehrere Schichten, die zusätzlich durch Glasfasern verstärkt werden. Man unterscheidet zwischen Positiv- und Negativlaminieren. Im ersten Fall wird die Grundform von außen beschichtet, im zweiten Fall erfolgt die Beschichtung von innen. Die Form wird meist im Anschluss entfernt, kann aber auch im Falle des Positivlaminierens im Betonobjekt verbleiben.

Zudem nutzen wir Beton zum Modellieren. Hierzu wird Beton in eine modellierbare Konsistenz ähnlich dem Ton angemischt. Anschließend Modellieren wir unsere Betonobjekte freihand. Auf diese Weise entstehen interessante Einzelstücke und jedes Objekt trägt tatsächlich die “Handschrift” des Verarbeiters. Ein Beispiel für Betonmodellage ist unsere Pflanzschale “Klaus”.

Die bekannteste Verarbeitungsvariante dürfte der Betonguss darstellen. Man kennt es von jeder Baustelle. Zahlreiche Bauteile wie Fundamente, Decken und Treppen entstehen auf diese Weise. Natürlich gießen auch wir Beton.

Während die handwerkliche Anforderung bei der Laminierung, Modellage oder unseren Möbeln mit Metallbeschichtung vor allem in der ausführenden Verarbeitung zu finden ist, liegt die Herausforderung bei der Arbeit mit Gussbeton im Formenbau und der Nachbehandlung.Für die Formen nutzen wir unteschiedliche Materielien wie Holz, Phenolharz-beschichtete Platten, Acrylglas, Silikon oder Styrodur. Für alle Formen gilt, dass sie eine regelmäßig nachgearbeitet und erneuert werden müssen. Das gestaltet den Betonguss recht zeit- und kostenintensiv. Grundsätzlich entstehen unsere Betongussobjekte auf zwei verschiedene Methoden:

Für einige Objekte wird zuerst die Form erstellt in die anschließend der Beton gefüllt wird.  Dieses Vorgehen nutzen wir zum Beispiel für Tischplatten oder unser Betonregal “Tom”.

Eine andere Variante des Betongusses beginnt mit der Modellage eines Urmodels. Von diesem erstellen wir in einem zweiten Schritt mittels Silikon eine Form. Als Material für das Grundmodell kommt vieles in Betracht. Wir haben schon Ton, Gips, Beton, Glas, Kunststoff und Holz verwendet. Letztere Betongussmethode möchten wir euch anhand eines einfachen geometrischen Objektes zeigen. Dazu möchten wir euch einen kleinen Einblick in die Entstehung unseres Betonteelichts “Pila” geben. Natürlich erhaltet ihr dieses und weiter Beton Deko in unserem Shop.

Betonguss – Ein Beispiel

Es ist häufig so, dass die verschiedenen Betonverarbeitungsvarianten ineinandergreifen. So auch bei “Pila”. Die Urform dieses Teelichts haben wir von Hand aus Beton modelliert. Um eine möglichst glatte, homogene Oberfläche zu erhalten, haben wir im Anschluss mit sehr feinem Mörtel nachgearbeitet. Anschließend wurde das Modell ausgiebig geschliffen.

Beton Formenbau - die Urform entsteht

Beton Formenbau – die Urform entsteht

Die Urform unseres Betonteelichts

Die Urform unseres Betonteelichts “Pila” ist fertig

Leider schreibt sich dieser Vorgang leichter als sich die tatsächliche Durchführung gestaltet hat. Es dauerte tatsächlich recht lange bis wir mit unserem “Prototypen” zufrieden waren, deutlich länger auch als wir es im Vorfeld bei dieser einfachen geometrischen Grundform für möglich gehalten haben. Aber am Ende waren wir mit dem Ergebnis sehr zufrieden.

Nun beginnen wird mit dem Bau eines Kastens für den Abguss. Wir nutzen an dieser Stelle beschichtete Spanplatten. Für den Betonguss würden wir stets sogenannte Siebdruckplatten empfehlen, die deutlich robuster sind. Hier dient der Kasten allerdings nur dem Abguss der Urform. Trotzdem kommt es auf genaues Arbeiten an, damit der Kasten auch die benötigte Dichtigkeit aufweist.

Kasten für den Abguss mit Silikon

Kasten für den Abguss mit Silikon

Formenkasten für Kerzenständer aus Beton

Formenkasten für Kerzenständer aus Beton

Nun zeigt sich, ob man im Vorfeld sauber gearbeitet hat. Für den Abguss ist es nämlich wichtig, dass der Formenkasten vollkommen dicht ist. Zur Sicherheit bringen wir daher noch eine spezielle Dichtungsmaße in den Kasten ein. Nachdem der Formenkasten abgedichtet wurde, kann unser Betonobjekt am Boden des Kastens befestigt werden.

Nun folgt der Abguss mit Silikon. Hierbei ist auf die Verwendung des richtigen Materials und vor allem der richtigen Härte (Shore-Grad) zu achten. Der Abguss von “Pila” erfolgt in zwei Schritten, so dass man am Ende zwei Silikonhälften erhält, in die wir unsere speziell entwickelte Betonmischung gießen können. Natürlich gestaltet sich das Abformen einer Urform umso schwieriger, je komplizierter und detailreicher das abzuformende Objekt ist. Zu diesen und anderen Detailfragen werden wir ausgiebig in unserem Blog Auskunft geben.

Beton - Formenbau mit Silikon

Beton – Formenbau mit Silikon

Betonkugel Teelicht

Betonkugel Teelicht “Pila”

In die fertigen Formen kann nun unser spezieller Vergußmörtel eingefüllt werden. Nach etwa 48 Stunden wird das Teelicht aus der Form entnommen. Der noch frische Beton wird nun von uns vorsichtig nachbehandelt um im Anschluss noch einmal für etwa zwei Wochen eingelagert zu werden. Danach schleifen wir die Oberfläche ausgiebig mit immer feinerer Körnung und lager das Beton-Teelicht erneut für zwei Wochen ein. Nach insgesamt vier Wochen erfolgt eine Abschließende Behandlung der Oberfläche und Teelicht “Pila” ist fertig.