DIY Beton I: Safety First!

Beton DIY Sicherheit

DIY I: Was muss ich bei der Arbeit mit Beton/Zement beachten?

 

Ja, ich weiß – Keiner hat Lust sich damit zu beschäftigen und prinzipiell gehören auch wir eher zu der nachlässigen Truppe. Allerdings haben wir dadurch in den letzten Jahren auch die eine oder andere schmerzhafte Lektion lernen müssen.

Wir richten uns mit unseren Artikeln an Tüftler und Selberbauer und gerade deshalb ist es einfach notwendig auf die Gefahren hinzuweisen. Auf einer Verkaufsveranstaltung fragte mich einmal eine Erzieherin nach Tipps, weil sie mit den Kindern im Kindergarten Betonarbeiten machen wollte. Das zeigt ganz gut was hier schief läuft. Beton-DIY ist an jeder Ecke zu finden und es wird fast ausnahmslos der Eindruck erweckt, dass es sich um ein völlig gefahrloses Material handelt. Das ist aber leider absolut nicht der Fall – Arbeiten mit Beton birgt gesundheitsschädliche Gefahren, die nicht unterschätzt werden sollten!

Daher möchten wir euch bitten die folgenden Punkte zu beachten bevor ihr euch in euer Projekt stürzt.

Welche Gefahren birgt die Arbeit mit Beton?

 

  • Atemwege:

    Ihr werdet es wahrscheinlich schon erlebt haben. Beton hat sehr feine Bestandteile, die zu einer enormen Staubentwicklung führen. Das lässt sich auch kaum vermeiden. Wenn ihr Beton in einem geschlossenen Raum anrührt, sind die feinen Stäube sehr lange in der Luft und werden von euch eingeatmet. Eine kanzerogene Wirkung, wie beispielsweise beim Einatmen der feinen Stäube bestimmter Holzarten (Eiche, Buche, usw.), ist nach der mir bekannten Studienlage zwar nicht nachgewiesen, allerdings kann es beispielsweise zu einer Reizung der Atmungsorgane führen. Wer schon einmal erlebt hat wie stark Zement auf Feuchtigkeit reagiert (mehr dazu im nächsten Punkt), wird ohnehin schnell einsehen, dass das Einatmen vermieden werden sollte. Zum Schutz solltet ihr eine Halbmaske mit P2-Filter verwenden. Empfehlenswerte Hersteller sind beispielsweise Dräger und 3M.

  • Haut:

    Durch die Zugabe von Wasser zu Zement entsteht eine hochalkalische Lösung (PH-Wert > 12, zum Vergleich:  reine Lauge hat einen PH-Wert von 14, Handelsüblich Rohreiniger etwa 13). Stark alkalische Lösungen schädigen die Haut oft viel tiefer und schwerer als Säure. Hierdurch kann es bei dem Kontakt mit der Haut zu starken Reizungen und nicht selten zu schweren nekrotischen Schäden kommen. Zement hat zudem eine stark austrocknende Wirkung. Die Haut wird spröde und rissig, insgesamt sehr unangenehm.

    Wer noch nicht überzeugt ist, dem kann man die Googlesuche nach den Begriffen “Maurerkrätze” oder “Zementbrand” ans Herz legen. Auch die einschlägigen Artikel der BG Bau sind empfehlenswert, der Artikel “Nach dem Estrich in die Hautklinik” der Ärztezeitung oder “Vorsicht vor Verätzungen bei Bauarbeiten!” des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR). Glücklicherweise sind seit 2005 nur noch chromatarme Zemente im Umlauf. Weshalb das, laut BG Bau, zumindest kein Risiko mehr darstellen sollte.

    Schützen solltet ihr alle freien Hautstellen, die mit frischem Beton in Kontakt kommen können, insbesondere natürlich eure Hände. Empfohlen werden in der Regel nitrilgetränkte Baumwollhandschuhe oder dicke Gummihandschuhe. Allerdings bevorzuge ich eher dünne Nitrilhandschuhe. Ich arbeite viel mit der Hand am Material und mag es, wenn ich noch etwas Gefühl für die Verarbeitung habe. Das hat allerdings den Nachteil, dass man darauf achten muss, dass die Handschuhe nicht reißen.

  • Augen:

    Aufgrund der hohen Alkalität sollte ihr auf jeden Fall einen Kontakt des frischen Betons mit euren Augen vermeiden. Aber auch nach dem Aushärten des Beton kann eine Schutzbrille für die Arbeiten an eurem DIY Projekt sinnvoll sein. Je nachdem wie ihr die Oberfläche bearbeiten wollt, benutzt ihr Bohrer oder oszilierende und rotierende Geräte (div. Schleifmaschinen). Dabei besteht natürlich immer die Gefahr, dass sich Teile des Betons lösen und mit hoher Geschwindigkeit in euer Auge fliegen. Aus ebendiesem Grund habe ich schon einmal einen sonnigen Nachmittag in der Notaufnahme verbracht. Also: Schützt eure Augen!

Na, wenn man jetzt keine Lust auf sein nächstes Betonprojekt bekommen hat, weiß ich auch nicht 😉

In unserem nächsten Artikel erklären wir welche Grundausstattung man haben sollte.

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